Brockhausen

Auf dieser Seite:
* Geschichte von Brockhausen
* St-Johannes-Baptist-Kirche in Barge
* Adolph-Sauer-Haus
* Michaels-Kapelle in Werringsen

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Blick von Südosten auf Schützenplatz + Niederbarge


Brockhausen

Barge, Niederbarge,
rechts oben Wimbern-Nachtigall + Marienkrankenhaus

3 Fotos aus:Google-Earth
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Geschichte von Brockhausen

Die Entstehung des Namens Brockhausen ist nicht eindeutig festzulegen oder nachzuweisen. Wie die volkstümliche Aussprache schon andeutet, nämlich „Braucksen“ könnte es von Brauck = Bruch = Sumpf oder mooriges Gelände abgeleitet werden, weniger wahrscheinlich von „Brocken“ = steiniger Untergrund.
Auch könnte der Ortsname Brockhausen an den früher in unserer Heimat (Ruhr-Lippe) ansässigen Volksstamm der „Brukterer“ erinnern. Aus dem „Buch der Geschichte der westfälischen Geschlechter“ von Fahne, kann man ersehen, dass es in Westfalen 4 Rittersitze dieses Namens gab.

Die ersten Ansiedlungen und Rodungen sind mit Sicherheit schon vor der vorigen Jahrtausendwende erfolgt. Der ebene, fruchtbare Boden des Ruhrtals bot sich einfach für den Ackerbau und die Viehwirtschaft an. Der Grund und Boden befand sich im frühen Mittelalter im Besitz des Adels, der Klöster oder der Kirchen. Es gab nur wenige freie Bauern. Im hiesigen Bezirk war es neben dem Kloster Scheda, das Stift Essen und vor allem das Kloster – und später weltliche Stift – Fröndenberg. Dieses hatte bis zu seiner Auflösung im Jahre 1811 und sogar darüber hinaus eine weittragende Bedeutung. Das Stift Fröndenberg wurde um 1230 von dem Kölner Erzbischof Heinrich I begründet und mit Nonnen besiedelt. Es dauerte nicht lange, da konnten nur Adelstöchter als Klosterinsassen verzeichnet werden. Im Jahre 1338 verkauft Ehrenfried Quaterland seine Güter zu Brakel im Kirchspiel Menden dem Stift Fröndenberg. Der Hof Brakel (heute Bilstein) war bis zur Auflösung des Stifts 1811 abgabepflichtig. Auch die Höfe Hillebrand (Brockhausen), Nolte und Wiethmann (Dahlsen) Frimauth (Goeke) in Werringsen und Risse am Homberg (Hans) gehörten zum Stift Fröndenberg. Insgesamt 160 Lehnshöfe gehörten zum Stift.
Kloster Scheda war ursprünglich eine Burg mit Rittersitz und wurde 1143 als Prämonstratenserkloster gegründet. In seiner Glanzzeit gehörte Scheda zu den reichsten und vornehmsten Klöstern in ganz Westfalen.
Als im Jahr 1197 Papst Cölestin III. die Stiftung Schedas bestätigte und sie in seinen besonderen Schutz nahm, wurde in dieser Urkunde Brockhausen erstmals erwähnt. Als Besitz des Klosters wurde u. a. darin aufgeführt: Drei Häuser in Brockhausen, jenseits der Ruhr, nebst dem Hofe Brockhausen und einer Mühle an der Ruhr. Es ist also zweifelsfrei die Scheda gegenüberliegende Ortschaft Brockhausen gemeint. Weiter ist belegt, dass bei Korte-Dentern an der Ruhr eine Mühle gestanden hat, in der die Brockhauser und Schwitter Bauern ihr Korn mahlen liessen.
1320 übertrug Graf Engelbert seine Rechte am „Beringhof“ an das Kloster Scheda und im Jahr 1513 verkaufte der Mendener Bürgermeister Trappen sein halbes Gut „Zum Külen“ (Linhoff) ebenfalls an Scheda.
Im Jahr 1823 bestand Barge lt. der 1. Katastermessung nur aus den 3 Essener Höfen „Schultenhof in Berghe“ ( heute Höppe), „Demeniki ten Berghe“ (später Mittelste zu Barge, heute Hans) und „Telemanni Stratemanns then Berghe“ (später Hof Sauer, heute Schriek).

Die Hauptverkehrsader Brockhausens ist heute die vielbefahrene Bundesstrasse 7. Im frühen Mittelalter suchten die Werler Erbsälzer Verbindungs- und Transportwege für ihre Salzfuhren in das Sauer- und Siegerland. Der Weg führte über die Ruhr in Wickede kommen (über eine Holzbrücke oder durch eine flache Furt am Beringhof) durch das Brockhauser und Schwitter Feld bis in Höhe des Kalkofens in Schwitten und weiter an der Vogelrute über die Haar nach Menden. Erst in den Jahren 1808 – 1810 erfolgte der Ausbau der Werlstrasse unter hessischer Regierung. Bis zur Separation in den 50er Jahren des letzen Jahrhunderts zeugten noch ein Hohlweg und freigelegte Knüppeldämme durch die Schwittener Heide von der Existenz dieses bedeutsamen Weges. Um die hohen Kosten des Wegebaus auf der jetzigen B7-Trasse zu finanzieren, wurden Wegezollhäuser auf dem Schwitterknapp in Höhe Bellevue und an der Schmiede in Wimbern eingerichtet.
Ab 1817 führte eine Postkutschenverbindung über diese Strecke, die mit Öffnung der Ruhrtalbahn 1870 wieder eingestellt wurde. Erst ab 1925 wurde eine „Landkraftpostverbindung“ zwischen Werl und Menden eingerichtet. Die Werler Postbusse waren das Verkehrmittel, das die Brockhauser mit den Nachbarorten verband.

1833 wurde in Brockhausen auf dem „Noltenkopf“ (280 m über NN) eine optische Telegrafenstation errichtet. Sie stellte einen Teil der Verbindung Berlin – Koblenz dar, die aus 61 Stationen bestand. Bereits 1850 war die Technik überholt und die Station wurde wieder abgebaut. Die Steine wurden zum Bau der Schule in Werringsen verwendet.
Die Schulwege für die Brockhausener Kinder waren bis zum 1. Weltkrieg recht beschwerlich. Sie mussten entweder zur Schule in Werringsen oder nach Schwitten gehen. Erst nach einem Schulstreik der Eltern wurde vorübergehend im Gasthof Bellevue vom Lehrer Jansen Unterricht erteilt, bis die Schule am Schwitter Knapp (heute Wohnhaus) gebaut wurde.

Seit 1836 ist die St. Johannes Baptist Kirche in Barge die Pfarrkirche des Kirchspiels Barge zu dem auch Brockhausen gehört. Die Kirche wurde vom damaligen Gutsbesitzer Sauer auf eigene Kosten erbaut und im Jahre 1915 erweitert. Seitdem hat Barge auch einen eigenen Friedhof.
Pater Franz Hempelmann aus Brockhausen wurde im Jahr 1836 zum Priester geweiht. Nach seiner Primizfeier in unserer Kirche reiste er nach Neuguinea, wo er bis zu seinem Tode blieb. Mehrmals besuchte er seine Heimat in den Jahren 1955, 1964 und 1971. Im Jahre 1975 kam er durch einen Verkehrsunfall ums Leben.

Die Kirche in Barge

Diese Informationen sind der Festschrift anlässlich unseres 100jährigen Jubiläums im Jahr 1988 entnommen. Unser damaliger 1. Brudermeister und Oberst Theo Schulte (†) hat in unendlicher Kleinarbeit eine Vielzahl von Informationen zur Geschichte unserer Bruderschaft und unseres Kirchspiels zusammengetragen, von der hier nur ein Teil wiedergegeben ist.
Für diese wertvolle Hinterlassenschaft sind wir unserem verstorbenen Schützenbruder Theo Schulte sehr zu Dank verpflichtet.


Adolph-Sauer-Haus

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Gleich nebenan im Nachbardorf Werringsen - wie Brockhausen Teil des "Kirchspiels Barge" - steht die Michaels-Kapelle.