Geschichte

Auf dieser Seite:
*Entstehung und Entwicklung der Bruderschaft
*Übersicht Königspaare
*Der heilige Sebastian
*Ablauf eines Schützenfestes

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Seit über 110 Jahren besteht die Schützenbruderschaft St. Sebastian Brockhausen. Zuerst gegründet als "Kameradschaft Brockhausen" war das vorrangige Vereinsziel für die Gründungsväter "einmal im Jahr in der Brockhauser Gemeinschaft ein Fest zu feiern". In einem der ältesten Lokale Mendens, der Gastwirtschaft Oesterberg (heute Bauernstube) an der B 7 in Brockhausen fanden sich die Männer der 1. Stunde Josef Hempelmann, Wilhelm Kortmann, Josef und Anton Kramer, Kaspar Oesterberg, Bauer Brune und Christian Krees (1. Oberst der Kameradschaft) zur Gründungsversammlung. Um sich vom bereits seit 1848 bestehenden Verein in Schwitten abzugrenzen, wurde statt eines Schützenkönigs in den ersten Jahren ein Gänsekönig ermittelt.

Im Apfelhof hinter Oesterbergs Wirtschaft wurde ein Zelt aufgestellt. Die Kandidaten mußten mit verbundenen Augen einer toten Gans den Kopf abschlagen.

Während der beiden Weltkriege ruhten die Vereinsaktivitäten. Die Chronik berichtet von schmerzlichen Lücken, die in die Reihen der Kameradschaft gerissen wurden.

Nach dem 2. Weltkrieg fand am 1. 1. 1948 wieder die erste beschlußfähige Versammlung statt. Man beschloß, die Schützenkameradschaft in Schützenbruderschaft St. Sebastian Brockhausen umzubenennen und sich dem Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften anzuschließen.

Die erste Generalversammlung fand am 4. April 1948 im Vereinslokal Oesterberg statt.

In den Vorstand wurden gewählt:

1. Brudermeister und Oberst: Caspar Hans
2. Brudermeister: Kaspar Plümper
1. Schriftführer: Kaspar Dechêne
1. Kassierer: Franz Rosenbaum
1. Schützenmeister: Josef Plümper

In diesem Jahr wurde erstmals seit Kriegbeginn auch wieder ein Schützenfest gefeiert. Der 1. König mußte aufgrund der Vorschriften seitens der Alliierten noch mit Steinwürfen auf Glühbirnen ermittelt werden. Später wurden Luftgewehre eingesetzt.

In den ersten Jahren nach dem Krieg wurden die Könige zunächst am heutigen Rübengarten ermittelt, danach unterhalb der Stellmacherei Hempelmann in Brockhausen; später am Waldrand oberhalb des jetzigen Schützenplatzes. Dieser wurde den Brockhauser Sebastian-Schützen erst im Zuge der Separation 1953 zugewiesen.

Erst ab 1953 durfte wieder mit "echten" Gewehren und scharfer Munition auf einen Vogel geschossen werden. Inzwischen wird die Vogelstange direkt am Schützenplatz unter Kempfers Eichen aufgestellt.

Das 1. Königspaar nach dem Krieg wurde Wilhelm Emmerich (†) mit Else Düllberg (†) - hier mit Hofstaat. Dieses Bild wurde uns dankenswerter Weise von Frau Dechêne zur Verfügung gestellt.

Wilhelm Emmerich wurde 1964 zum 1. Brudermeister und Oberst der Bruderschaft gewählt. 1970 kam er bei einem tragischen Verkehrsunfall während des Schützenfestes um Leben.

Seit 1961 wird in Brockhausen der Bereich um den Vogel mit einem Kugelfang gesichert. Gemeinsam mit der Lürbke, Lendringsen, Bösperde und Halingen wurde ein transportabler Kugelfang angeschafft. Heute wird die Anlage nur noch von den Lürbker Hubertusschützen und den Brockhausern genutzt. Die anderen Vereine haben sich inzwischen eigene stationäre Anlagen gebaut.

Während sich die Mehrzahl der Aktiven damit begnügt, einmal im Jahr an der Vereinsmeisterschaft teilzunehmen und am Schützenfestmontag auf den hölzernen Vogel anzulegen, sind die Schüler und Jugendlichen auch übers Jahr im sportlichen Luftgewehr und Kleinkaliberschiessen aktiv. Die guten Plätze bei den Wettbewerben zeugen vom Können und Ehrgeiz der jungen Sportschützen um die Schiessmeister Fritz Linhoff, Michael Becker und Jugendmeister Volker Siebel.

Im Folgenden finden Sie eine Auflistung aller Königspaare seit 1948.

Jahr Name Vorname Königin
1948/49 EMMERICH (†) WILHELM ELSE DÜLBERG (†)
1949/50 ROSENBAUM (†) FRANZ ELISABETH WIETHMANN (†)
1950/51 LINHOFF (†) FRANZ TONI OESTERBERG (†)
1951/52 LOKE (†) HEINRICH PAULA DREES (†)
1952/53 HANS (†) ERICH HELGA WIETHMANN
1953/54 ROHE (†) HEINRICH ELISABETH HANS (†)
1954/55 DECHENE (†) GERHARD GUSTL OLSCHEWSKI
1955/56 WÄCHTER (†) HEINRICH ANNA WÄCHTER
1956/57 DÜLBERG (†) FRITZ KÄTHE ROHE (†)
1957/58 HÖPPE sen. (†) PAUL JOSEFA NOLTE (†)
1958/59 SCHLEDDE sen. (†) GEORG ELSE HELMIG
1959/60 SCHRIEK KASPAR MARGRET SCHULTE
1960/61 KREES (†) PAUL WALTRAUD PLÜMPER
1961/62 FILDHAUT ALOYS LUZIA FILDHAUT
1962/63 HANS (†) CASPAR MARIA HANS (†)
1963/64 SCHÜPSTUHL (†) HEINRICH KLARA SCHÜPSTUHL (†)
1964/65 HANS (†) HEINRICH IRMGARD WILLMES (†)
1965/66 LEVERMANN WERNER PAULA LEVERMANN
1966/67 HÖPPE (†) ALOYS AGNES HÖPPE
1967/68 METKEN HUBERT WALTRAUD MAIBAUM
1968/69 HANS HELMUT MARGRET HANS
1969/70 BRAUCKMANN FRANZ JOSEF BARBARA BRAUCKMANN
1970/71 BRAUCKMANN FRANZ JOSEF BARBARA BRAUCKMANN
1971/72 BEILER HEINZ CAROLA BEILER
1972/73 SCHLÜNDER (†) HERIBERT KLARA. LINHOFF
1973/74 HANS (†) HEINRICH JOSEFA GURRIS (†)
1974/75 HANS PAUL KLARA HANS
1975/76 KREES KARL BRIGITTA KREES
1976/77 HÖPPE HELMUT GERHILD SCHULTE
1977/78 BILSTEIN sen. HUBERTUS RENATE BILSTEIN
1978/79 SCHLEDDE ENGELBERT BEATE WÄCHTER
1979/80 ROSENBAUM FRANZ MARIA LINHOFF
1980/81 MÜNSTERMANN (†) JOSEF JUTTA MÜNSTERMANN
1981/82 SCHULTE (†) THEO MARGOT SCHULTE
1982/83 RISSE (†) FRANZ MAGDALENE RISSE
1983/84 SIEBEL HERBERT REGINA DOMINA
1984/85 WÄCHTER (†) HEINRICH ÄNNE WÄCHTER
1985/86 HARNISCHMACHER FRANZ JOSEF ANGELIKA HARNISCHMACHER
1986/87 BREMER (†) FRITZ AUGUST MARGOT BREMER
1987/88 WIETHMANN JOSEF ELISABETH WIETHMANN
1988/89 DEIMEN HEINZ LEO MECHTHILD DEIMEN
1989/90 BUDDE SIEGFRIED RENATE BUDDE
1990/91 SOMMER HANS MONIKA SOMMER
1991/92 SCHWEITZER (†) PETER GABRIELE SCHWEITZER
1992/93 GOEKE jun. HEINRICH KAROLA MEIER
1993/94 OSTERMANN THEO CHRISTEL OSTERMANN
1994/95 LUIG ALFRED JOSEFA LUIG
1995/96 ROHE STEPHAN KATJA BRIESE
1996/97 SCHÖN HEIKO MICHAELA SCHÖN
1997/98 SCHELLERT ARNOLD WALTRAUD SCHELLERT
1998/99 KORTE THOMAS ULRIKE KORTE
1999/00 BILSTEIN CHRISTIAN KIRSTEN MICHLER
2000/01 HEMPELMANN JOSEF PETRA HEMPELMANN
2001/02 ROHE MATTHIAS ILONA SCHIMM
2002/03 KORTE HEINER MARIA KORTE
2003/04 BENEDIKT OSTERMANN NICOLE GRETSCH
2004/05 GOEKE MICHAEL NICOLE BECKER
2005/06 HENNEMANN STEFAN HENNEMANN CLAUDIA


2006/07 BRIESE VOLKER STEFANIE BRIESE


2007/08 PRERAD MIRO TANJA PRERAD

 

2008/09 Schriek Franz-Josef Schriek Christine

 

       

 


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Der heilige Sebastian

Sebastian war nach dem Zeugnis des Ambrosius Mailänder, möglicherweise aber auch in Narbonne geboren, so eine Legende im Umfeld eines Sebastian-Grabes in Rom. Danach war er Hauptmann der Prätorianergarde am kaiserlichen Hof Diokletians, der dort aber ungeachtet des Verbotes seinen christlichen Glauben weiter bekannte und viele zum Christentum bekehrte. Seine Stellung erlaubte ihm, seinen christlichen Glaubensgenossen in den Gefängnissen Roms beizustehen, ihnen Mut zuzusprechen und immer weitere Römer zu bekehren.
Der Legende nach ließ der römische Kaiser Diokletian, als er von Sebastians Glauben erfuhr, ihn an einen Baum binden und von numidischen Bogenschützen erschießen. Er wurde jedoch von den Pfeilen nicht getötet. Die Witwe des Märtyrers Castulus namens Irene nahm sich seiner an und pflegte seine Wunden. Als er sich wieder erholt hatte, trat er dem erstaunten Kaiser öffentlich entgegen, um ihm die grausame Sinnlosigkeit seiner Verfolgungen vorzuhalten. Diokletian ließ ihn daraufhin im Circus von Rom zu Tode peitschen und die Leiche in die "cloaca maxima", die große Kloake, werfen. Sebastian erschien dann der Christin Lucina im Traum und wies ihr den Ort; sie holte den Leichnam heraus und bestattete ihn an der Apostelkirche an der Via Appia, unter der heutigen Kirche San Sebastiano ad Catacumbas; diese gehörte zu den sieben früh-christlichen Pilgerkirchen Roms.
Sebastians Reliquien sollen in Hagenau im Elsass sein. Die Verehrung in Rom ist schon im 4. Jahrhundert nachgewiesen. Eine Pestepidemie in Rom im Jahr 680 sei erloschen, nachdem man seine Reliquien durch die Straßen trug; "Sebastianspfeile" trug man früher als Schutz gegen die Pest. Das erste Martyrium des heiligen Sebastian wurde zum beliebten Thema in der Kunst der Renaissance, der unbekleidet am Baum stehende Märtyrer beliebtes Thema der Aktmalerei. Seit dem Mittelalter ist das Trinken des ersten neuen Weines an diesem Tag üblich, dieser Wein wird als "Sebastians-Pfeil" bezeichnet.

Die heutigen Schützenbruderschaften und - vereine gehen einerseits aus den "Schützengilden" hervor, die Ende des 13., Anfang des 14. Jahrhunderts mit dem Erstarken der Handwerkerzünfte entstanden und deren Aufgabe der (bewaffnete) Schutz der Gemeinschaft und Schutz des Eigentums war.
Andererseits ist der Ursprung in den kirchlichen Bruderschaften zu suchen. Während der Pestepidemie, die 1348 ausbrach entstanden Pestbruderschaften, die sich um die Kranken und Toten kümmerten. Schwerpunkt der Bruderschaften waren soziale Aufgaben, wie caritative Hilfe für ärmere Mitglieder, Schlichtung bei Streitigkeiten, sowie die Teilnahme an Totenmessen und Beerdigungen. Sie errichteten Altäre, Kapellen und Pestsäulen und erbaten Hilfe bei den Pestpatronen Sebastian und Rochus.
Mit Beginn der Pestepidemie traten dann auch bei den Schützengilden die caritativen Aufgaben in den Vordergrund. Im Laufe der Geschichte wandelten sich auch Schützengilden zu Bruderschaften um und umgekehrt.

Quellen: Heiligenlexikon
Werner Roemer: Sankt Sebastian , Bernardus-Verlag, Langwaden
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Ein Schützenfestablauf in Brockhausen:

Es beginnt bereits am Samstagmittag mit dem Einsatz des Spielmannszuges "In Treue Fest" aus Schwitten, der verdienten Offizieren und dem Königspaar ein Ständchen bringt:

Danach wird gemeinsam mit den Offizieren der Oberst abgeholt:


Im Anschluss an die Messe und die Totenehrung

bringen die Musiker unserem Präses ein Ständchen:

Mit dem Einmarsch ins Festzelt beginnt dann der 1. Schützenfesttag. Sonntagnachmittag findet der Festzug statt. Gemeinsam mit der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Schwitten und musikalischer Unterstützung durch das Blasorchester Menden sowie dem Spielmannszug "In Treue Fest" Schwitten zieht der Zug vom Königshaus zum Festplatz.

Unser Festzug zum 100jährigen Jubiläum 1988

Hier wird die Parade abgenommen.


Immer dabei "unser" Spielmannszug In Treue Fest - der Name ist Programm:

Vor einigen Jahren gehörte das "Gänseköppen" zum festen Programmablauf am Sonntagnachmittag. Der Gewinner oder auch die Gewinnerin durfte die Gans als Beute mit nach Hause nehmen:

Im Festzelt gibt´s gelegentlich eine Sondereinlage für das Königspaar:


und wenn abends die Brockhauser Schützenfamilie unter sich ist, kommt die Königin auf die "Pauke"

Montags geht es unter der Vogelstange weiter. Der neue König wird ermittelt:

Die erste Handlung nachdem der neue König ermittelt wurde: das alte Köngispaar wird unter Stroh oder Birkenbüschen beerdigt:



Sobald der erlösende Satz "Ich geb einen" vom alten König gefallen ist, wird das Paar befreit. Gemeinsam mit dem neuen Köngispaar und dem "Volk" geht´s zur Proklamation ins Festzelt